Demenz Living Lab

In Zusammenarbeit mit der Diakonie Südwestfalen wird in Kirchen (Sieg) ein sogenanntes „Demenz Living Lab“ aufgebaut, um die Assistenz-Technik gemeinsam praxisnah und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Betroffenen und deren sozialem Umfeld zu entwickeln. Das „Demenz Living Lab“ in Kirchen wird hierbei über den kompletten Studienzeitraum, also bis zum Oktober 2018, der zentrale Ort zur Entwicklung und Erprobung des Mobilitätsassistenten werden.

Durch enge Kooperation mit der Ökumenischen Sozialstation Kirchen sowie der Tagespflege Giebelwald, Kirchen und anderen relevanten Akteuren sollen im „Demenz Living Lab“ Lösun­gen entwickelt werden, die individuell an­pass­bar auf das jeweilige Pfle­ge­umfeld und die tat­säch­lichen Aktivi­täten des täg­lich­en Lebens der Betroffenen und deren An­ge­hörigensind und gleichzeitig den Qualitätsansprüchen intensiver Pflegeprozesse genügen. Der Ansatz des „Demenz Living Labs“ unterstützt das Vorhaben eines bedarfsorientierten und Endnutzerbezogenen Entwicklungsprozesses, in welchem innovative Technologien mit den Patientenfamilien und allen relevanten Akteuren in realen Kontexten entwickelt, validiert und verfeinert werden können.

dreiecksgrafik_de_arbeit und haushalte

 Die partizipative Einbindung von Nutzern nimmt im Sinne des „Living Labs“ einen besonderen Stellenwert ein und eröffnet eine enge Kooperation und Interaktion der Stakeholder. Endnutzer (Patienten, Angehörige und Pflegepersonal) können sich aktiv am Innovationsprozess beteiligen und so interdisziplinär neue Lösungen entwickeln. Daraus hervorgehende Ideen, Konzepte und Prototypen können in Alltagsumgebungen zu Alltagsbedingungen getestet und evaluiert werden.

Der Regelkreis, welcher den Forschungs- und Entwicklungsprozess darstellt, wird dabei durch die frühe Exploration des tatsächlichen Nutzerbedarfs und des entsprechenden Nutzungsverhaltens im Alltagskontext erweitert. Dieser Schritt bietet den Vorteil, dass kontextspezifische Nutzungsprobleme oder nicht intendierte Nutzungsweisen frühzeitig aufgedeckt werden können und diese Erkenntnisse unmittelbar in die Evaluierung einfließen und somit eine zeitnahe Verbesserung und Weiterentwicklung der IKT-basierten Anwendung ermöglichen.

Ziele dieses Ansatzes sind unter anderem die Generierung eines verbesserten Kontextverständnisses, die Entwicklung bedarfsnaher Endnutzerprototypen, permanente kontextrelevante Evaluierung sowie eine Konzeptentwicklung im Diskurs mit Nutzern, Entwicklern und Forschern. Zur Verwirklichung dieser Ziele bedient sich dieser Ansatz vielfältiger methodischer Werkzeuge. Dazu gehören unter anderem qualitativ semi-strukturierte Interviews, Feldbeobachtungen, Usability Tests und endnutzerorientierte Workshops.

 

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